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Der Park ist von drei Seiten über Treppen und vor der Längsseite über eine Rampe zu erreichen. Obwohl nur wenige Meter Höhenunterschied überwunden werden müssen, ergeben sich für Rollstuhlfahrer erstaunlich lange Strecken. Vom Velodrom ist von Außen nicht viel zu sehen. Ich habe mich jahrelang lediglich über die Treppen gewundert, die im Grund nirgendwo hinführen. Mittlerweile las ich mehrere geschwätzige Bücher über Zen. Ob das der Architekt auch tat, weiß ich nicht. Das wahre Zen-Buch liest man sowieso nicht, es sei denn, die Seiten sind unbedruckt.
Die meisten BerlinerInnen werden das Velodrom so kennen, wie man es vom S-Bahnhof Landsberger Allee aus sieht. Der eigentliche Eingang ist zu den Geleisen ebenerdig und vom Bahnhof aus über eine Unterführung erreichbar. Benutzt man eines der beiden Treppenhäuser, um vom Park zum Eingang zu gelangen, wird man jäh aus der höheren Idylle in die tiefe Urbanität zurückbefördert.
Ob der Anblick dieser für sich genommen nicht uninteressanten Unterwelt dazu geeignet gewesen wäre, die Besucher der Olympischen Spiele von anno dunnemal 2000 zu erfreuen, läßt sich im Nachhinein nur schwer beantworten. Vielleicht hätte man mehr Geld für dekorative Zwecke investiert, wenn jene Spiele in Berlin stattgefunden hätten. Jedenfalls besann man sich schon vor der Fertigstellung, diese Anlage nicht nur für olympische Zwecke nutzbar zu machen und sie multifunktional anzulegen. Ob nach einer erfolgreich durchgeführten Olympiade ein Abriss vorgesehen war, verrät heute keiner.

Warum gehört eigentlich nicht Bersteigen zu den Olympischen Disziplinen? Für eine kleine Nachbildung des Olymps wäre oben noch Platz gewesen und in der Nachbarschaft gibt es ein paar höhere Gebäude. Unter anderen eine schöne Investitonsruine, die sich zum Beklettern bestens eigenen würde, sofern darin nicht die Sportlerinnen wohnen sollten.
Am besten gefällt mir diese Ecke des Velodroms. Anscheinend liegen hier Teile rum, die bei Bau übrig geblieben sind. Mir geht es beim Basteln oft ähnlich und trotzdem läuft der Computer danach immer noch. Als ich ein paar dieser Fotos aufnahm, fragten mich zwei Teenies, warum ich so große Schritte mache. Ich antwortete, ich wäre eben im Gebirge aufgewachsen und außerdem ist es doch scheiß egal, wie man läuft. Leider vergaß ich, denen die URL dieser Seiten zu geben, damit sie sich die Bilder ansehen können. Wer kennt die beiden zufällig?
Nachtrag: Inzwischen wurde die Reste-Ecke aufgeräumt. - Wie die Zeit vergeht!
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© Fotos, Words and Design by Zacke. June 2004.