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Zackes Textedition 13:
Terrorismus ist der Krieg der armen Leute. Krieg ist der Terrorismus der Reichen. (Sir
Peter Ustinov)
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24.03.2003
Kanon' Husseini:
Ein altes Lied
Es begab sich, daß ein Herrscher sein Volk drangsalierte, Mißliebige und
solche, die nichts davon wußten, umbringen ließ, die Menschen von Bildung und Wohlstand
fern und in Dummheit hielt, obwohl sein Land sehr reich war.
Ein anderer Herrscher, dessen Land ebenfalls reich aber etwas freier war, in welchem ein
paar Leute mehr nicht arm waren und wo es den Armen wenigstens ein wenig besser ging, der sein Volk
vergeblich in Dummheit zu halten versuchte, der beschloß, gegen den ersten Herrscher Krieg zu
führen. Ob es ihm um Gerechtigkeit oder nur um die Reichtümer jenes Landes ging,
wußte er selber nicht genau. Es war bekannt, daß der Herrscher des ersten Landes Hussein
hießt. Es war weiter bekannt, daß in seiner Gegend sehr viele Hussein hießen.
Ziemlich sicher war man sich, daß mehre die Hussein hießen, wie Hussein aussahen, Dank
moderner plastischer Chirurgie. So konnte man nie sicher sein, welcher Hussein der wahre ist.
Das war solange kein Problem, wie man nur Krieg führte. Die eigenen Verluste waren
nicht so hoch wie die der anderen Seite, fand der Krieg doch nur im Land von Hussein statt. Hatte
man einen Hussein gefangen, behauptete dieser, der wahre Hussein zu sein. Also brachte man ihn um
und versprach seinem Volk bessere Zeiten. Es wurden Wahlen abgehalten, die ein Herr Hussein gewann.
Der sah exakt wie der wahre Hussein aus, konnte aber mit einer gewissen Berechtigung behaupten, nur
einer der falschen zu sein. Diese hatten ebenfalls kandidiert.
Es verging eine gewisse Zeit. Die Demokratie im Husseinland ließ etwas auf sich
warten. Es entstand eine neue Diktatur, die aber als zuverlässige Partnerschaft von dem
anderen Herrscher gefördert und gegen Anschuldigungen geschützt wurde. Als der Sohn des
anderen Herrschers an die Macht kam, stellte er fest, daß Hussein ein unzuverlässiger
Partner ist und er beschloß, gegen den diesen Krieg zu führen. Ob es ihm um Gerechtigkeit
oder nur um die Reichtümer jenes Landes ging, wußte er selber nicht genau. Die eigenen
Verluste waren nicht so hoch wie die der anderen Seite, fand der Krieg doch nur im Land von Hussein
statt. Als man Hussein gefangen hatte, behauptete dieser, der wahre Hussein zu sein. Man brachte
ihn trotzdem um und versprach seinem Volk bessere Zeiten. Es wurden Wahlen abgehalten, das weitere
wurde bereits berichtet.
Es verging eine gewisse Zeit. Die Demokratie im Husseinland ließ etwas auf sich
warten. Der Sohn des Sohnes des anderen Herrschers führte Krieg gegen irgend einen Hussein,
der wie Hussein aussah. Der Sohn vom Sohn des Sohnes des anderen Herrschers führte ebenfalls
Krieg gegen einen Hussein. Auch der siebte Sohn des Sohnes des anderen Herrschers führte einen
Krieg. Der Frage, um was es dabei ging, kam man trotzdem nie näher. Husseins Bilder hingen
mittlerweile auf der ganzen Welt. Teilweise mit Bewunderung, meistens mit Abscheu betrachtet.
Hussein als Bäcker. Hussein als Taxifahrer. Hussein als Webdesigner, Hussein als Frisör.
Natürlich auch Hussein als Kriegsflüchtling, in Sträflingskleidern und Hussein am
Galgen. Hussein sah in jeder Maskerade immer wie Hussein aus. Doch eines sollte jedem klar sein,
der wahre Hussein sah nicht wie Hussein aus, er war blond, mit stahlblauen Augen und arisch.
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23.03.2003
Der ewige Vorfrühling:
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Wir haben Juni und es ist das dritte Jahr, in dem mit Sicherheit nichts wachsen wird.
Die vergangenen Winter waren normal. Im letzten schneite es viel. Der Schnee ließ uns alles
vergessen. Das Jahr über regnet es nicht zu wenig. Doch die Landschaft sieht unwirklich aus.
Bäume und Gestrüpp sind trocken und ausgebleicht. Gras hat es wohl nie gegeben. Man sieht
erstaunlich viel Grün. Grüne Kleidung, grüne Fassaden und grüne Autos.
Grün ist seit langem Modefarbe. Nur die Natur bleibt farblos erdig. Das natürliche
Grün zieht sich weltweit zurück. Urlaub in Ländern, wo es noch gewachsenes Grün
gibt, wird immer teurer. Niemand schaut im Flieger gerne aus dem Fenster. Nur das Meer erscheint
unverändert. Leider nehmen chlorophyllhaltige Organismen im Wasser ebenfalls ab. Niemand
weiß, wie lange die Pflanzen in den Gewächshäusern noch wachsen werden und wann die
Bio-Reaktoren versagen. Es wird versucht, einen pflanzenfreien Tier-Kreislauf zu etablieren. Dies
entwickelt sich zu einem Wettlauf mit der Zeit. Es gibt erste Modell-Rechnungen, wie lange sich sie
Menschheit am Leben erhalten kann, wenn die Entwicklung wie bisher weiter geht. Für die letzte
Etappe des Überlebens wurden von anerkannten Instituten kannibalische Modelle durchgerechnet.
Die Ergebnisse werden nicht veröffentlicht. Niemand soll wohl erfahren, wann das letzte Modell
umgesetzt wird. Es soll alles so human wie möglich von Statten gehen. Der direkte Verzehr von
Menschenfleisch ist nicht vorgesehen. Es wird weiterhin eine Anzahl unterschiedlicher Produkte der
Lebensmittelindustrie geben. Eine erfreuliche Nachricht ist, daß die synthetische Herstellung
von vollwertigem Rotwein gelungen ist. Obwohl dieser keinerlei pflanzliche Bestandteile
enthält, ist er zu hundert Prozent naturidentisch. Der Alkoholgehalt wurde ein wenig
erhöht. Der Nachfrage entsprechend gibt es Grünwein. Mancherorts wird gestritten, ob es
den gab, als noch Pflanzen wuchsen.
Ich steige die Treppe hinauf, die immer derart zugewachsen war, daß man ihren genauen Verlauf
nicht erkennen konnte. Wenn ich mich auf mittlerer Höhe umdrehe und den Abhang hinunter
blicke, geben die Reste von Bäumen und Sträuchern den Blick frei. Wenn die Sonne scheint,
wandelt sich die Farbe der blanken Erde fast zu einem Goldton und überall wimmelt es von
Menschen. Ich weiß nicht, ob mir diese weniger vorkamen, als ich sie wegen den Blättern
nicht sehen konnte. Ich frage mich, ob sich jeder nicht längst an den Zustand gewöhnt
hat. Ich weiß selber nicht, warum ich nicht in meiner Wohnung bleibe, warum ich immer noch
meinen alten Weg ablaufe. Vielleicht, weil ich noch immer der Natur vertraue und hoffe, irgendwann
irgenwo an einem Zweig eine winzige Knospe aufbrechen zu sehen. Vielleicht sprießen irgendwo
plötzlich die ersten Krokusse.
Auf dem Rückweg gehe ich durch den Friedhof. Ich habe mich schon so oft geirrt. Es waren nur
Stoffblumen, die öfter gestohlen werden, wenn sie gut gemacht sind. Immerhin streut man hier
Kies auf die Gräber. Das erinnert bisweilen an japanische Steingärten und bringt ein
bißchen Würde zurück. Das sieht nicht so steril wie Kunstrasen aus. Ich war noch nie
in einer der künstlichen Grünanlagen, wo man wie für andere Illusionen Eintritt
bezahlt. Ich hoffe lieber, selbst wenn es vergeblich ist. Was soll man sonst tun, wenn man rein gar
nichts machen kann?
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17.03.2003
Landluft:
"Liebe Zuhörer, bitte beachten Sie diese wichtige Durchsage: Heute früh
erreichte uns eine Emission unbekannter Herkunft. Es handelt sich um Landluft. Schließen Sie
alle Fenster und Türen, dichten Sie mit nassen Textilien oder mit besonderen Dichtmitteln ab.
Binden Sie sich ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase oder benutzen sie eine Atem-Maske, wenn Sie das
Haus verlassen müssen. Es besteht keine Gefahr. Die ergriffenen Maßnahmen dienen zu Ihrer
vorsorglichen Sicherheit. Verlassen Sie nach Möglichkeit das Stadtgebiet nicht. Es befindet
sich eine leicht erhöhte, Konzentration von Faulgasen in der Atemluft. Benutzen Sie
vorsichtshalber kein Auto. Tun Sie nichts was Ihnen schaden könnte und warten Sie, bis die
Gefahr vorüber ist. Sie bekommen rechtzeitig Bescheid. Ein Krisenstab wurde eingerichtet. Sie
werden ständig von uns über die neusten aktuellen Entwicklungen informiert. Sagen Sie
allen Menschen Bescheid, die diese Nachricht nicht hören konnten. Kümmern Sie sich um
Kranke und um Nachbarn. Klären Sie Ihre Kinder über mögliche Gefahren auf und halten
Sie diese vom Schulbesuch ab. Rufen Sie bei Ihrem Arbeitgeber an. Erscheinen Sie nur zu
lebensnotwendigen Arbeiten, die nicht aufgeschoben werden können. Tragen Sie die Bescheinigung
ihres Arbeitgebers oder behördliche Sondergenehmigungen bei sich. Vergewissern Sie sich
über die Gültigkeit Ihres Krankenschutzes. Halten Sie ihre Chipkarte und Ihren
Organspenderausweis bereit. Sichern Sie wichtige Dokumente. Packen Sie das wichtigste für eine
eventuelle Evakuierung zusammen. Denken Sie an ihre Policen, Testamente und an eventuell
lebenswichtige Medikamente. Halten Sie Ihre angelegten Notvorräte, Windeln und Spielsachen
für die Kinder griffbereit. Nehmen Sie ein gutes Buch oder wenigstens ein paar illustrierte
Zeitschriften mit. Ziehen Sie etwas schönes an. Lumberjack und legere Kniebundhosen für
den Gatten und ein fesches Dirndl für die Damen. Vergessen Sie Verhütungsmittel und
Erfrischungstücher nicht. Nehmen sie Gummistiefel und Wäsche zum Tauschen mit.
Gießen sie vorher großzügig alle Blumentöpfe und füttern Sie ihre
Haustiere. Schließen Sie die Wohnungstür ab. Benutzen Sie dafür nur registrierte
Zylinder und notieren sich sich deren Nummern, falls eine Evakuierung stattfinden muß. Stellen
Sie sich für die nächste Zeit auf mögliche Unannehmlichkeiten ein. Vermeiden Sie
unnötige Panik. Wirken Sie beschwichtigend und de-eskalierend auf andere Personen ein. Seien
Sie ein Vorbild für ihre Umgebung. Fallen Sie positiv auf. Wir wünschen Ihnen den
Umständen entsprechend einen wunderbaren, unbeschwerten Tag. Ende der wichtigen
Durchsage!"
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16.03.2003
Atmen:
Du kannst zweimal in der Sekunde atmen oder wenn Du es schaffst, dreimal. Wenn Du immer
so schnell atmest, ist es so, als ob Du Dein Leben auf einem Videoband vorspulen und möglichst
schnell hinter Dich bringen wolltest. Mit dieser Hundeatmung lebst Du nicht viel länger wie
ein solcher.
Du kannst zweimal in der Minute atmen oder nur einmal. Du brauchst Dir nur genug Zeit
für jeden einzelnen Atemzug nehmen. Vielleicht lebst Du nicht länger, wenn Du Pech hast,
doch Du wirst Dich dabei besser fühlen.
Unser Atemzentrum steuert die Atmung, damit wir nicht aus Versehen ersticken. Trotzdem
können wir unser Atmen beeinflussen. Manchmal atmen wir gar nicht. Zum Beispiel, wenn wir
sprachlos staunen. Oft merken wir das nicht. Kinder und Menschen, die für alles offen sind und
deshalb häufiger staunen, atmen langsam.
Unsere Atmung ist eine beachtliche, sportliche Leistung. An einem Tag heben wird mit der
Kraft, die wir zum Atmen aufwenden, einen Eisenbahnwaggon ungefähr drei Meter in die Luft.
Dadurch, wie wir atmen, können wir uns aussuchen, ob es ein leerer oder ein voll beladener
ist.
Wir können uns die Art, wie wir normalerweise im Schlaf atmen, auch im übrigen
Leben angewöhnen. Je öfter wir bewußt so atmen, desto ähnlicher wird unsere
normale Atmung. Wenn wir uns die Zeit für solche Übungen nehmen, halten wir den
Streß an, in welchem wir uns meistens befinden. Diese Atmung beruhigt uns weiter.
Die einfachste Anleitung für eine sinnvolle Atmung besteht darin, tief einzuatmen
und sich auf das Ausatmen zu konzentrieren. Den Rest macht unser Körper selber. Versuche, so
langsam, so fein und sensibel wie möglich auszuatmen. Vielleicht hilft Dir die Vorstellung, Du
würdest eine leichte, flaumige Feder vorsichtig anblasen, ohne daß sie weg fliegt. Nur
der Flaum soll sich bewegen. Danach machen wir eine Atempause, ohne den Zwang, sie ausdehnen zu
wollen. Sie wird mit der Zeit von allein immer länger. Halte den Atem nie künstlich
an!
Vielleicht gelingt es Dir zuerst gar nicht, so zu atmen und es macht Dich nervös
und wütend. Dann probiere immer wieder nur einen Atemzug. Wenn Dir zwei Atemzüge
gelingen, setzte immer wieder nur für zwei an. Wenn Du bei drei Atemzügen bist, lasse das
Zählen. Vergiß, etwas leisten zu müssen. Achte auf das, was mit Dir geschieht.
Du wirst sehen, wie Dir dieses andere Atmen bekommt und Du wirst die Ruhe, die Du Dir
verschaffen kannst, bald nicht mehr missen wollen. Damit hast Du zwar nur Dich selber
verändert, nur einen winzigen Krümel dieser Welt, doch sieht diese nun für Dich
etwas angenehmer aus. Nutze Deine Kraft für wirkliche Aufgaben.
Es gibt verschiedene Methoden, den Wahnsinn ein wenig zu stoppen und inne zu halten.
Viren für Durchfall und gegen gedankenlos unbedarfte Nutzung von Computern sind längst
erfunden. Wann erfindet jemand einen freundlicheren Virus, der die Menschen von ihrem unguten Tun
abhält, indem sie ihre Aufmerksamkeit auf das Atmen und damit auf ihr eigenes Leben richten
müssen?
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Kurz und wenig:
18.03.2003
Fryhlingslurig:
(Unter Mitwirkung von Gottfried)
Wenn alle Blühen bluten,
will der Fruhling tatuten.
Der Fruhling macht sich Mühen,
wenn alle Bluten blühen.
Fressen die Kuhen die Bluhen,
wird der Fruhling noch muhen.
08.02.2003
Freunde:
Meine Freundschaften sind wie die Blätter an einem immergrünen Baum. Was soll ich da
klagen, wenn eines welk sich löst?
13.02.2003
Unpraktisches Praktikum:
Zwei Stunden fuhr ich hin,
neun Stunden saß ich ab.
Zwei Stunden fuhr ich noch,
um den Haß zu üben.
Verstehe jene nicht,
die mich nicht verstehen.
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25.02.2003
Dreckige kleine Seele:
Du schiebst Dein gerädertes Kind vor Dir her. Ich folge Dir nicht. Ich tappe nach
Hause. Hinter Dir, in die gleiche Richtung. Ich weiß nicht, daß Du weißt, wo ich
wohne. Ich bin überrascht, als Du vor den Klingeln meines Hauses anhälst.
Ich krame meinen Schlüssel raus, doch es wird wieder offen sein. Du machst Dich an den
Klingeln zu schaffen, wohnst vermutlich nicht hier. Wie sollte ich jeden kennen?
Ich schiebe die Tür auf und grüße mit "Hallo!". Beim Verschwinden höre Dich in
die Sprechanlage reden: Du, ich bin's, ein Penner geht gerade rein!
Durch die matt gemusterten Scheiben sehe ich Dich weiterziehen. Du hast nicht wirklich mit jemand
geredet.
Klar steht es mir auf der Stirn, daß ich Deinen Plastiksex mit Lebensfolge verschmähe.
Das bißchen blond sein, Haare föhnen und den Hintern in eine enge, schon beim Kauf
abgewetzte Jeans packen, das können alle. Klar sehe ich wie ein Penner aus, doch Du hast eine
dreckige kleine Seele.
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07.03.2003
Der Artist:
Er ging nur selten in einen Zirkus, schaute sich keine solchen Darbietungen im Fernsehen
an und trotzdem fand er sich immer wieder in Situationen vor, wo er gezwungen war, perfekte
Artisten zu bewundern.
Einmal balancierte einer so etwas wie ein Seil. Es bestand wohl aus einer großen Anzahl
kleiner Scheiben, die in einer Textilhülle wie in einem Schlauch steckten. Er wirbelte damit
herum und jeder konnte sehen, daß es wie ein Seil beweglich war. Vielleicht hatten die
Scheiben Löcher und Zapfen, doch dann war es immer noch eine Kunst, wenn das Teil auf einmal
wie eine Stange aufrecht stand. Das war jedoch nur das halbe Kunststück. Während er diese
Stange balancierte, kam ein anderer Artist, stieg ihm auf die Schulter und klettere nach oben.
Jener wußte, daß er niemals so ein Artist wird sein können. Dies erfordert ein
hartes Training, von Kindesbeinen an. Er übte den Kopfstand an der Wand und irgendwann merkte
er, daß man die Wand nicht braucht. Das ist nicht schwer. Doch den Handstand und den
Ellbogenstand, der so einfach aussieht, übte er seit Jahren. Immer morgens, wenn der Tag ihn
noch nicht unruhig gemacht hatte. Es gelang ihm einfach nicht. Sein Gleichgewichtssinn ließ
sich offenbar nicht weiter verfeinern.
Er hatte sich geirrt. Mit einem Mal stand er, als ob ihn niemand umwerfen könnte. Leider starb
er genau in diesen Augenblick. Ein paar Tage später fand man ihn so. Er reagierte nicht auf
Zureden. Er fiel sofort um, als ihn jemand etwas unvorsichtig anfaßte. Es poltere, ein
Schälchen auf dem Tisch geriet davon in Schwingungen, tänzelte, klang endlos lange nach.
Es gab Applaus.
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| © Designed and written by Zacke. Mars
2003. |
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