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Wer sah dieses Teil nicht schonmal aus der Ferne? Man kennt es und weiß doch nichts darüber. Wer nicht in der Nähe wohnt und nie hinkommt, denkt vielleicht, es könnte sich um die Überreste einer jener legendären Tanzpaläste handeln, als es noch keine Discos gab. Doch selbst eifrige Besucher von Diskotheken, die in der Nachbarschaft dieses Baudenkmales wohnen, wissen selten Bescheid.

Ein bißchen erinnert die Kuppel an jene auf dem Reichstag. Man hätte Geld sparen und sie draufsetzen können.


Der Bau ist etwas versteckt und nur von der Fichtestraße aus direkt sichtbar. Wenn Sie vom Südstern anreisen, gehen Sie auf der rechten Seite die Körte lang. Sie kommen an einer Freizeitsportanlage für Kinder und Erwachsene vorbei. Gehen Sie nicht vorbei sondern hinein. Nun stehen Sie vor dem Kuppelbau. Alternativ könnten Sie durch die Fichtestraße flanieren. Was wir gleich tun werden.

Was hat es mit dem Gebäude auf sich? Einfach aus Jux stellt man selten sowas großes hin. Eine nette Passantin gab mir Auskunft. Fragen Sie ebenfalls eine Passantin.

"Dat war ma 'n Gashaus!" Also keine falsch artikulierte süddeutsche Kneipe. Was sollte die hier? Wir haben genug davon. Annalisa dunnemal war das sowas wie ein unbewegliches Gasometer. Einfach ein großes Haus mit viel Gas drin. Nach '45 war das Ding wohl leer. Es wohnten ausgebombte und dadurch asozial gewordene Leute drin. Danach diente es als Lager für Notvorräte. Milch, Eier, Butter und ähnliches. Vermutlich stammen die Hühner von diesen Vorräten ab. Sie leben an der Nordseite des Baues.

Ob es Zufall ist, daß noch heute eine Firma für Flaschengas einen Teil des Gländes nutzt? Vielleicht sind ungeahnte Mengen des Brennstoffes irgendwo im Keller versteckt? Anscheinend ist diese Frage ungeklärt.





Wer in der Nähe des Gebäudes aufmerksam herumläuft, Dem fallen die vielen Gaslaternen auf, die des Nachts tatsächlich leuchten. Es muß also noch jede Menge Gas irgendwo geben. Da man in der Gegend immer wieder die Straßen aufreißt und buddelt, ist wohl jemand auf der Suche nach der Herkunft jenes Energiespenders. Vielleicht haben unsere Urgroßväter eine unterirdische Erdgasquelle angezapft?



© Fotos, Words and Design by Zacke. May 2002.