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Hier ruht er nicht, hier ruhte er. Man beachte den Unterschied! Hier hat Herr Marx sich von seinen anstrengenden Studien ausgeruht. Dieser Ort müßte eigentlich eine Wallfahrtstätte für Studenten linker Provenienz sein. Mögen es die fleißigsten ihm gleichtun und sich ebenfalls hier oder wenigstens anderswo ausruhen.

Da Herr Marx nicht nur gegen höchst komplizierte Studien, sondern auch gegen die eine oder andere Bierreise mit befreundeten Denkern nichts einzuwenden hatte, wird er womöglich den ein oder anderen Rausch im sommerlichen Schatten ausgeschlafen haben. Damals war es hier bestimmt noch ruhiger. Da er es nie verstand, sich verständlich auszudrücken, wodurch manch Unheil entstand, sind Gedenkstätten wie diese eine gerechte Strafe, die er sich wahrlich verdient hat. Diesbezüglich muß man demjenigen aus vollem Herzen gratulieren, der sich diese Stätte ausdachte. Wenigstens hier ist alles rundum gelungen, Genosse!

Möge diese Stätte nicht dem Vandalismus, der Spekulantion mit Grundstücken oder fiskalischen Sparzwängen zum Opfer fallen. Immerhin kann man hier nicht dem Tod, sondern dem Leben und Schaffen eines berühmten Menschens gedenken.


Folgende Gedanken zum Be- und Gedenken:

8
Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis.

9
Das Höchste, wozu der anschauende Materialismus es bringt, d. h. der Materialismus, der die Sinnlichkeit nicht als praktische Tätigkeit begreift, ist die Anschauung der einzelnen Individuen in der "bürgerlichen Gesellschaft".

10
Der Standpunkt des alten Materialismus ist die "bürgerliche" Gesellschaft; der Standpunkt des neuen die menschliche Gesellschaft, oder die vergesellschaftete Menschheit.

11
Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt aber darauf an, sie zu verändern.

(8-11, "Feuerbachthesen" aus MEW 3)

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