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Dieses Tutorial ist als eine erste Einführung gedacht. Vielleicht haben Sie schonmal ein Tutorial angesehen oder Sie besitzten sogar das GIMP-Handbuch oder Sie haben es einfach so probiert und haben GIMP gleich wieder geschlossen, weil Sie nichtmal ein einfaches Strichmännchen zeichnen konnten.

Genau das wollen wir hier tun. Ich will Ihnen nicht "sehr viel" zeigen, sondern "nur" die Tür zu diesem wunderbaren Grafikprogramm aufhalten. Als Anreiz biete ich Ihnen an, mir das entstandene Bildchen zu schicken. Wenn es mir gefällt und Sie es wollen, stelle ich es mit Ihrem Namen in dieser Galerie aus. Eventuell kann ich auf Ihre Homepage linken. (Diese Galerie steht ausdrücklich nicht unter einer Creative Commons Lizenz!)
    So ähnlich könnte ihr Strichmännchen aussehen. Gehen Sie jetzt offline und starten Sie den Windows-GIMP über dieser Seite. Dann können Sie mit dem Browser-Knopf in der Taskleiste zwischen Gimp und dieser Seite hin- und herschalten. Beim Pinguin gibt es dazu die verschiedenen Arbeitsplätze. Am besten immer schön cool bleiben!

 
   
Wenn wir GIMP starten, gehen ein paar Fenster auf. Links sehen Sie das wichtigste, die Werkzeugkiste. Daneben den Ebenendialog. Der ist genauso wichtig. Alle anderen Fenster können Sie wegclicken oder ignorien. Falls Sie den Ebenendialog aus Versehen weggeschmissen haben oder er gar nicht aufging, bekommen Sie ihn aus der Werkzeugkiste über Datei/ Dialog/ Ebenen... .

Nun machen wir uns etwas Platz und schieben z.B. die Werkzeugkiste in die linke und den Ebenendialog in die rechte untere Ecke. Dazu fassen wir die Titelleiste der Fenster mit der Maus an und halten die linke Taste während des Verschiebens gedrückt. Der grüne Mauszeiger, den Sie hoffentlich auf der Titelleiste der Toolbox erkennen, wird Ihnen in diesem Tutorial noch öfter zeigen, wo Sie zu clicken haben. Wenn ein Click nicht weiter bezeichnet ist, handelt es sich immer und einen konventionellen Click mit der linken Maustaste. Zur exakten Positionierung des grünen Zeigers muß Ihr Browser CSS beherrschen und es muß eingeschaltet sein.

Versuchen Sie bitte nicht, eines der Fenster zu maximieren. Dann ist für die anderen kein Platz mehr auf dem Monitor.

Gehen Sie nun in der Toolbox auf "Datei" und dann auf "Neu". Schauen Sie sich den Dialog an, lassen Sie sich nicht zu sehr beeindrucken. Stellen Sie oben bei Breite 75 Pixel und bei Höhe 100 Pixel ein. Dann drücken Sie auf "OK" und ein neues Fensterchen grinst Sie an. Nun entdecken Sie im Ebenendialog einen Eintrag. Wir haben ein neues Bild erzeugt, das im Augenblick aus einer einzigen Ebene, nämlich aus einem weißen Hintergrund besteht. Gewöhnen Sie sich bitte diese Sichtweise in Ebenen an, oder Sie werden GIMP nie benötigen und sich nur sinnlos damit herumärgern. Wenn Ihnen der Name "Hintergrund" der ersten Ebene nicht gefällt, clicken Sie irgendwo auf den blauen Balken, nicht aber auf das Auge. Jetzt können Sie einen anderen Namen eintragen.

Nun clicken Sie auf das Auge und sehen Sie sich das Zeichenfenster an. Sie haben soeben den Hintergrund oder was auch immer ausgeschaltet. Vielleicht ahnen Sie, wie nützlich das mal sein könnte. GIMP setzt generell Bilder aus Ebenen zusammen und ist dadurch extrem flexibel. Denken Sie z.B daran, Schriften auf ein Bild zu setzen. Wenn Sie die Schrift auf einer eigenen Ebene haben, brauchen Sie nicht jedes Mal das ganze Bild neu zu machen, sondern nur die betreffenden Ebene, wenn Sie etwas ändern wollen. Sie können sogar eine ganz neue Ebene mit einer anderen Beschriftung erzeugen, und die alte nur ausschalten, falls Sie die nicht doch mal wieder brauchen sollten.
 
Wir brauchen eine weitere Ebene, auf der wir unser Mäidle oder Männle zeichnen werden. Warum nicht auf dem Hintergrund? - Clicken Sie mit der rechten Maustaste auf den blauen Balken der vorhandenen Ebene und merken Sie sich, daß Sie bei GIMP sehr oft rechts clicken können, um irgendwas nützliches zu tun. Clicken Sie "Ebene anlegen". Vergeben Sie, wenn Sie wollen einen Namen. Bei mehreren Ebenen ist dies von Vorteil, um noch durchzublicken, auf welcher man sich gerade befindet. Wählen Sie bei "Ebenenfüllart" "transparent". Danach "OK". Jetzt sehen Sie im Dialog die neue Ebene. Im Zeichenfenster sehen Sie diese nicht, da sie transparent ist. Wenn Sie im Ebenendialog die untere Ebene anclicken, bekommt diese den blauen Balken. Der zeigt immer an, welche Ebene im Zeichenfenster gerade aktiv ist. Wenn sie im Zeichenfenster mit einem bestimmten Werkzeug etwas anfassen, wird die betreffende Ebene automatisch aktiv. Bevor Sie im Zeichenfenster etwas tun, vergewissern Sie sich im Ebenendialog, daß es auf der richtigen Ebene passiert. Aktivieren Sie nun bitte wieder die obere, transparente Ebene, damit wir auf ihr gleich was krakeln können.
 
 
 
 
Zuerst stellen wir eine Pinselstärke ein. Dazu clicken wir auf den schwarzen Klecks, wie im linken Bild. In der aufgegangenen Pinselauswahl clicken wir "Circle (03) (3 x 3)" (Pixel) an und schließen sie. Jetzt können wir ein Malwerkzeug aussuchen. Nehmen wir "Harte Pinselstriche", wie auf dem rechten Bild. Damit können wir nun im Zeichenfenster auf der transparenten Ebene malen. Probieren Sie es. Vielleicht brauchen Sie bald einen Radiergummi. Den gibt es wirklich im Werkzeugkasten. Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten. Man kann eine bestimmte Anzahl von Arbeitsschritten rückgängig machen, oder alles was sich auf der Ebene befindet löschen.

Für solche und ähnliche Aktionen clicken Sie im Zeichenfenster irgenwo rechts. Ein Kontextmenü ploppt auf. Diese Menüs sind sehr verschachtelt und der Alptraum mancher Leute. Wenn alle ausgeklappt wären, könnten Sie sich damit zudecken und schlafen.
  Jedes Obermenü läßt sich festnageln, damit man es nicht immer wieder hervorkramen muß. Wir greifen uns das Menü "Bearbeiten", in dem z.b das Rückgängigmachen und Löschen drin ist. Clicken Sie genaustens auf die gestrichelte Linie, wie das Bild links zeigt. Nun können Sie das Menü anfassen und irgendwo hinschieben, wo es Sie nicht stört, wenn Sie noch wissen, wie das geht.

Probieren Sie nun im Menü "Bearbeiten" die Funktionen "Rückgängig", "Wiederholen" und "Löschen" aus. Wie oft Sie rückgängig machen und wiederholen können, hängt von Programmeinstellungen und letztlich von der Größe Ihres RAM-Speichers ab. Diese Einstellungen finden Sie in der Toolbox unter Datei/ Einstellungen in der Kategorie "Umgebung". Hier können Sie auch festlegen, wieviel Arbeitsspeicher GIMP in Anspruch nehmen darf, sofern dem keine Systemeinstellungen im Wege stehen.
Spätestens jetzt sollten Sie Ihr Kunstwerk auf Ihrer Festplatte abspeichern und nach jeder gelungenen Aktion auf Sichern clicken. GIMP macht keine automatischen Backups wie MS-Word. Am besten ist es, gleich zu Beginn eine neue Datei anzulegen. An den Dialog zum Speichern kommen Sie, wie zu erwarten war, über einen Rechtsclick im Zeichenfenster.
Dieser Dialog dürfte für die meisten Computer-Freaks selbsterkärend, aber vielleicht ungewohnt sein. Laufwerke werden mit den bekannten Buchstaben auf der linken Seite angezeigt. Wenn Sie den Buchstaben doppelclicken, sind sie drin. Nun stehen links Unterverzeichnisse. Doppelclicken Sie diese, sehen Sie rechts entweder die darin vorhandenen Dateien oder links weitere Unterverzeichnisse. Unten wird über dem Eingabefeld der korrekte Pfad angezeigt. Was im Eingabefeld steht oder im Verzeichnisfeld markiert ist, ist meitens Schrott. Wenn der Pfad stimmt, können Sie den Schrott löschen und nun den Namen angeben, unter dem Ihr Bild gespeichert werden soll. Schreiben Sie nach dem Namen einen Punkt und die Endung xcf. Z.B.: "bill.xcf". XCF ist das interne Format von GIMP, das alle Ebenen speichert. Speichern Sie alle Ihre Arbeiten in diesen Format, bevor Sie ein JPG oder sonstwas draus machen. Anders kommen Sie sonst an Ihre einzelen Arbeitsschritte nie mehr ran. Wenn auf dem Panel "Dateityp bestimmen" "Nach Endung" steht, clicken Sie OK, um zu speichern. Es öffnet einen Dialog zur Auswahl von Dateiformaten. Sobald Sie ein Foramt anclicken, wird es automatisch geschrieben und angezeigt.
Hier bietet es sich an, etwas zu GIFs zu sagen. Diese sind aus lizenzrechtlichen Gründen nur mit einem Plugin und nur unter entsprechenden rechtlichen Voraussetzung möglich. Sowas kommt von sowas, wenn sich niemand mehr für Politik interessiert und nur noch Firmen und Konzerne das Sagen haben. Außerdem ist GIF mit seinen 256 Farben ein Schweineformat, trotz Transparenz. Es sollte nur verwendet werden, wenn Transparenz unumgänglich ist und solange PNG und MNG von den Browsern noch nicht richtig dargestellt werden.
Machen Sie hier eine kleine Pause. Sehen Sie sich das Zeichenfenster an und versuchen Sie, die einzelnen Arbeitsschritte in Gedanken nachzuvollziehen. Wenn Sie etwas nicht mehr genau wissen, lesen Sie es nach. Dann vergessen Sie es nie mehr.
 
Ihr Männchen sollte inzwischen so ähnlich aussehen. Wie bekommt es nun etwas lebendige Farbe in's Gesicht? Indem wir eine Fläche mit der Farbe unter den Kopf legen.

Gehen wir also wieder in den Ebenendialog. Clicken wir rechts auf den blauen Balken und legen wir erneut eine transparente Ebene an, die wir "Teint" nennen könnten. Diese liegt nun über der, auf welcher unser Männchen ist. Mit den Pfeil-Buttons im unteren Bereich des Dialoges können wir die Ebenen nach oben oder unten bewegen. Befördern wir die Teintebene unter das Männchen. - Achten wir darauf, daß diese Ebene im folgenden aktiv ist.
Auf dieser Ebene werden wir eine Auswahl erzeugen und können dann die eingegrenzte Fläche mit einer beliebigen Farbe füllen. Damit wir etwas besser sehen, wechseln wir die Ansicht und sehen uns alles statt 1:1 mit 4:1 an. Dazu clicken wir rechts ins das Zeichenfenster und wählen das Menü "Ansicht". Darin fahren wir mit der Maus nach "Zoom" und von da nach 4:1. Darauf clicken wir. Schimpfen Sie nicht, wenn dies nicht gleich klappt. Diese Untermenüs sind sehr zapplig und erfordern einen artistischen Umgang mit der Maus. Das ist aber eine gute Übung. Für Graphik brauchen Sie viel Geduld und eine absolut ruhige, sichere Hand. Wenn Sie zu wenig von Ihrem Männchens sehen, können sie das Fenster durch Anfassen am Seitenrand und in den Ecken etwas größer ziehen. Da wo Sie den Rand zu fassen kriegen, verwandelt sich der Mauszeiger zu einem bidirektionalen Pfeil. Wenn Sie wollen, daß sich das Fenster selber anpaßt, müssen Sie in der Toolbox unter Dateien/ Einstellungen/ Kategorien/ Bildfenster die Option "Veränderte Fenstergröße beim Zoomen" wählen.
 
Nachdem Sie den Kopf des Männchen gut im Bild haben, wenden Sie sich der Toolbox zu und clicken das Auswahlwerkzeug "Bereich mittels Bezierkurven wählen"*. Damit wandern Sie auf der Kopfline entlang. Clicken Sie am Startpunkt und dann überall da, wo sie einen Knick machen wollen. Bleiben Sie immer schön mittig auf der Linie. Wenn Sie wieder am Startpunkt sind, clicken Sie auf diesen nocheinmal. Nun klicken sie in den ausgewählten Bereich. Wenn alles geklappt hat, laufen sogenannte Ameisen in Kreis und zeigen die getroffene Auswahl an. Diese Auswahl lebt solange, wie Sie kein anderes Auswahlwerkzeug aktivieren oder die Auswahl im Menü aufheben.

*Falls Sie doch mit einer neueren Version als 1.2.5 hier sind, so heißt das obige Bezier-Werkzeug nun "Pfade erstellen und bearbeiten". Um eine Auswahl zu erhalten, drücken sie nach dem letzten Punkt entweder die Enter-Taste oder clicken mit Rechts in das Bild und wählen Auswahl/ Vom Pfad. So bekommen Sie ebenfalls Ihre laufenden Ameisen. Auch im Ebenendialog finden Sie unter dem Reiter "Pfade" einen Knopf "Auswahl aus Pfad".

Ein kleiner Exkurs zum eigentlichen Zweck des Bezier-Tools, den Sie vielleicht zur Schonung Ihrer Nerven überspringen wollen: Bezierkurven werden über Tangenten kontrolliert. Damit kann man sehr saubere, geschwungene Kurven zeichnen. Setzen Sie den zweiten Punkt in einer gewissen Entfernung vom ersten. Wenn Sie dort clicken, lassen Sie die linke Maustaste nicht los, sondern ziehen Sie die Maus von diesen Punkt weg. Sie erkennen sicher die Tangente und sehen, wie sich die Bezierkurve mit ihr formen läßt. Wenn sie auf die Kopfliene paßt, lassen Sie die Maustaste los und setzen den dritten Punk, wieder ohne loszulassen. Wenn es Ihnen auf diese Weise nicht auf Anhieb gelingt, Ihre Bezierkurve auf die Kopflinie zu legen, wissen Sie wenigstens, warum ich dieses Werkzeug hier nur zum Setzen einer Linie aus Punkten verwende. Vielleicht haben Sie aber Lust bekommen, bei anderer Gelegenheit mit diesem Werkzeug zu experimentieren und zu malen. Sie können nämlich jeden Punkt nachträgich verschieben, nachdem Sie den letzten gesetzt haben und wenn Sie mit den Tangenten rumwackeln, können Sie den Verlauf der Teilkurven ändern.

Nun sollten Sie wieder zur 1:1 Ansicht wechseln, sofern Ihre Auswahl schön sauber auf dem Kopf sitzt und nirgends überlappt oder etwas frei läßt. Rechtsclick, Ansicht/ Zoom/ 1:1. Das Fenster müssen Sie eventuell wieder anpassen.
 
Clicken Sie auf die schwarze Fläche, die der untere Pfeil zeigt. Sie stellt die Farbe des Vordergrundes bzw. die Malfarbe dar. Wählen Sie in der aufgegangenen Farbauswahl eine Farbe für den Teint des Männchens. Schließen Sie die Farbauswahl und clicken Sie auf das Füllwerkzeug, das der obere Pfeil anzeigt. Dieses Tool heißt "Mit Farbe oder Muster füllen". Die Voreinstellung ist immer Farbe. Für die meisten Tools gilt, wenn Sie den Button doppelclicken geht ein Fenster mit den Einstellungen des betreffenden Werkzeuges auf. Schauen Sie es sich an, doch bleiben wir hier bei Farbe. Die Musterauswahl liegt neben der Stelle, wo es zur Auswahl der Pinselstärke geht. Vielleicht macht es zwar Spaß, es macht jedoch wenig Sinn, das Gesicht des Männchen mit einem Muster zu füllen.

Wenn sie nun mit der Maus über das Zeichenfensten kommen, verwandelt sich der Mauszeiger in einen Farbeimer. Vergewissern Sie sich nochmal im Ebenendilog, ob die richtige Ebene aktiv ist. Nun ist es egal, an welcher Stelle Sie in das Zeichenfenster clicken. Gefüllt wird stets nur die Auswahl. Diese Auswahl können Sie sich als eine zusätzliche Ebene vorstellen. Sie liegt wie eine Ausschneideschablone ganz oben. Sie gilt für die aktive Ebene. Da immer nur eine Ebene aktiv sein kann, passiert nicht viel, wenn mal was schiefgeht. Das können Sie im Dialog "Bearbeiten" leicht rückgängig machen. Deshalb ist es nie verkehrt, diesen immer offen zu haben.
Wenn wir die Auswahl nicht mehr brauchen, müssen wir sie aufheben. Der einfachste Weg ist, Sie wählen die rechteckige Auswahl, das ist der erste Knopf in der Toolbox unter Dateien. Damit clicken Sie außerhalb der Auswahl in das Zeichenfenster. Die rechteckige Auswahl ist das Defaultwerkzeug. Wenn sie gerade kein anderes Werkzeug benötigen, sollten Sie immer diesen Button gedrückt haben. Dann können Sie nie aus Versehen z.B. eine ganze Ebene füllen.

Hier bietet es sich an, das Vorhandene erneut zu sichern. Clicken Sie im Zeichenfenster mit der rechten Maustaste. Gehen Sie auf Datei und clicken Sie "Sichern", sofern Sie vorhin ein Datei angelegt haben. Ansonsten müssen Sie dies jetzt tun.
 
   
An dieser Stelle werden Sie schon wieder in ihrem Schaffensdrang gebremst, was pädagogisch einigermaßen durchdacht ist. Machen Sie wieder eine kleine Pause. Sehen Sie sich wieder das Zeichenfenster an. Sie sollten erneut die einzelnen Arbeitsschritte in Gedanken nachvollziehen oder Vergessenes nocheinmal lesen.
Unser Strichmännchen wäre in einem anderen Grafikprogramm vielleicht schon fertig. Es fehlt aber noch der Schatten. Ihn herzustellen, bietet uns die Möglichkeit, den Umgang mit Ebenen noch mehr zu üben. Dabei werden Ebenen verändert. Zur Sicherheit heben wir uns die Orginale auf. Ob Sie das in Ihrer Praxis auch so tun werden, müssen Sie wissen. Tun Sie es hier bitte zur Übung.
 
Legen Sie von jeder Ebene, mit Ausnahme des Hintergrundes, eine Kopie an. Dazu clicken Sie rechts auf den blauen Balken und wählen "Ebene duplizieren". Das ist alles. Danach können Sie die Orginale durch einen Click auf das Auge ausschalten. Schalten Sie nun den Hintergrund ebenfalls aus und clicken Sie mit Rechts auf den blauen Balken der einen von den zwei noch sichtbaren Ebenen. Wählen sie im Dialog "Sichtbare Ebenen vereinen". Ein neuer kleiner Dialog geht auf. Darin lassen Sie alles wie es ist und clicken auf "OK". Ich hoffe, Sie haben den Hintergrund ausgeschaltet gehabt. Wenn nicht, clicken Sie auf "Rückgängig" und machen es nochmal richtig.
 
In Ihrem Ebenendilog sollte es nun wie im linken Bild aussehen. Den Hintergrund können wir wieder einschalten. Man kann sich zwecks besserem Kontrast bei der Arbeit Hilfshintergründe anlegen. Genauso können Sie für ihre Webgrafiken die selbe Farbe für den Hintergrund verwenden, wie auf Ihrer Seite. Damit umgehen Sie die Notwendigkeit der Transparenz und können mit hochwertigen Bildformaten arbeiten. Eigentlich müßten Sie inzwischen von den Vorteilen der Ebenen restlos überzeugt sein und die sich daraus ergebende Mehrarbeit nicht als sinnlos ansehen.


Nun kommt das, wofür Sie anderswo Geld bezahlen müssen und oft keinen wirklichen Einfluß auf das Zustandekommen haben: Der Schatten.   D a s   zentrale Thema eines jeden GIMP-Workshops für in die professionelle Liga aufstrebende Einsteiger! Sichern wir erstmal alles. Die soeben hergestellte Ebene dublizieren wir und nennen sie Schatten. Sie wird zuerst über dem Orginal liegen und kann da erstmal bleiben. Clicken Sie nun, wie der grüne Pfeil im Bild oberhalb zeigt, auf "Erhalte Transparenz". Was das macht, werden Sie gleich merken. Stellen Sie in der Toolbox durch Click auf den Klecks den fettesten Pinsel ein, "Circle (19x19)". Wählen sie wieder "Harte Pinselstriche" und schmieren Sie den Kopf des Männchen schwarz ein. Schwarz bekommen Sie am schnellsten zurück, indem Sie auf das kleine schwarze Quadrat clicken, das Sie ganz unten links in der Toolbox finden. Bestimmt wissen Sie inzwischen, was es bedeutet, die Transparenz zu erhalten. Nun drücken Sie wieder auf "Erhalte Transparenz" um die Wirkung dieser Funktion aufzuheben. Das Männchen auf dieser Ebene sieht jetzt so wie in dem unteren linken Bild aus.
 
   
 
Damit ein echter Schatten daraus wird, müssen wir ihn weichzeichen. Suchen Sie nach einem Rechsclick im Zeichenfenster nach dem Menü "Filter", von da gehen Sie waagerecht und dann nach oben in's Menü "Weichzeihnen". Dieses können Sie durch einen korrecten Click auf die gestrichelte Linie fixieren, oder Sie öffnen "Gaußscher Weichzeichner(IIR)" direkt. Ein Dialog wie im mittleren Bild oben geht auf. Die Grundeinstellung von je 5 Pixel reicht uns hier. Wenn sie den Weichzeichner-Dialog fixiert haben, können Sie mit anderen Werten herumspielen.
   
 
Verlegen Sie die Schatten-Ebene wie im linken Bild mit einer der Pfeiltasten des Ebenendialoges unter das Männchen. Danach aktivieren wir in der Toolbox das Werkzeug "Ebenen und Auswahlen verschieben". Lassen Sie sich diese Bezeichnung auf dem Gehirn zergehen: Sie können damit sowohl eine ganze Ebene, als auch eine getroffene Auswahl innerhalb der dieser Ebene verschieben. Soetwas finde ich genial und dafür nehme ich manche Umständlichkeit in Kauf. - Wenn Sie mit diesem Werkzeug das Männchen im Zeichenfenster anclicken, wird die sichtbare Ebene, auf die Sie gecklickt haben, im Ebenendialog automatisch als aktiv angezeigt. Sie ist es auch. Nun könnten Sie diese Ebene mit diesem Tool anfassen, das heißt, mit der gedrückt gehaltenen linken Maustaste beliebig verschieben. Doch es gibt etwas viel feineres dafür. Gehen Sie nach dem Klick mit Ihren Fingern zu den Pfeiltasten auf Ihrer Tastatur! Mit diesen können Sie die Ebene pixelweise sehr exakt verschieben. Verschieben Sie damit das Männchen ein wenig gegen den Schatten, bis es ungefähr so aussieht, wie in dem Bild links unterhalb. Man kann natürlich genausogut den Schatten verschieben. Ich habe hier den einfacheren Weg beschrieben.
 
 

 
Wir sind fast fertig. Wir müssen lediglich die Durchlässigkeit der Schattenebene anpassen damit der Schatten weniger dunkel aussieht. Dafür gibt es einen Schieberegler. Zuvor müssen Sie im Ebendialog die Schattenebene aktivieren. Den Schieberegler "Deckkraft" finden die gleich über dem Dialogfenster. Standardmäßig ist jede Ebene auf 100% eingestellt. Auch diesen Regler können Sie mit den Pfeiltasten bewegen, wenn Sie ihn einmal angeclickt haben. Stellen Sie einen Wert von etwa 35% oder weniger ein. Ein Schatten muß nicht besonders gut zu sehen sein. Sonst würde er nicht so heißen. Dezent ist nobel.

Nun clicken Sie schnell rechts auf das Zeichenfenster und dann unter Datei auf "Sichern". Sie haben es geschafft!! Sie haben nun das fertige Bild im XCF-Format vorliegen. Bevor ich Ihnen zeige, wie Sie es gebrauchsfertig machen, indem wir es in ein JPG umwandeln, bekommen die Sie eine Aufgabe gestellt, wenn Sie wollen.
Doch ersteinmal sollten Sie erneut eine kleine Pause einlegen, um zu rekapitulieren. Dies sollte man sowieso öfter tun, innehalten und alles nochmal durchdenken.
 
 
 
 
Die Aufgabe lautet: Machen Sie das zweite Männchen mit dem Sonnenschatten.

Der Pfeil zeigt Ihnen wo sie das ensprechende Tool finden. Was Sie damit anstellen können, erfahren Sie durch einen Doppelclick auf den Button. Ich zeige Ihnen nicht, wie das geht. Erstens gibt es verschiedene Wege. Zweitens habe ich Ihnen weniger als ein Prozent dessen gezeigt, was GIMP drauf hat. Einen Großteil des Restes können Sie nur selber herausfinden. Zumindest alles das, was Sie für Ihre Arbeit gebrauchen können. Sie werden das zweite Männchen hinbekommen. Sie müssen experimentieren, um dies zu erreichen. Das ist der Weg und GIMP wird Sie immer wieder mit absolut professionellen Ergebnissen belohnen, selbst wenn nicht alles sofort klappt. Sie werden wie viele jammern, wenn Sie Ihre exzellenten Grafiken auf die übliche, im Web wegen den Ladezeiten vertretbare mittelmiese Qualität reduzieren müssen. Auch hierbei ist GIMP ein große Hilfe, wie wir gleich beim Herstellen einer JPG-Datei sehen werden.
Bisher haben wir das Bild im XCF-Format gesichert. Es liegt sozusagen wie ein Baukasten in Einzelteilen vor. Nun wollen wir es so Abspeichern, wie wir es im Zeichenfenster sehen. Dazu clicken wir im Ebenendialog mit Rechts auf den blauen Balken, wobei es jetzt egal ist, welche Ebene gerade aktiv ist. Im Kontextmenü wählen wir "Bild zusammenfügen". Nun besteht das Bild aus einer einzigen Ebene. Jetzt könnten wir es weiter bearbeiten, doch wir wollen es so speichern, wie es ist. Also clicken wir mit Rechts in's Zeichenfenster und wählen aus dem Menü "Datei" "Speichern unter". Es erscheint der uns bereits bekannte Dialog "Bild sichern", in dessen Dateimanager wir uns zu dem Verzeichnis begeben, in welchem wir das Ergebnis unserer Arbeit speichern wollen. Wieder trauen wir nur dem Pfad über dem Eingabefeld. Zeigt das Panel "Nach Endung" an, schreiben wir den engültigen Dateinamen mit der Endung ".jpg" hinein. Andernfalls schreiben wir nur den Namen und wählen nach einem Click auf das Panel JPG aus.
Wenn wir auf OK clicken können mindestens zwei Dinge passieren. Den dritten Fall verrate ich nicht und der hat mehr mit Ihrem Betriebsysgtem, als mit GIMP zu tun. Entweder geht der Dialog "Als JPG sichern" gleich auf, oder es erscheint zuerst ein kleinerer.
Dieser Dialog zum Exportieren erscheint, wenn Sie z.B. die Ebenen nur zusammengefügt haben, so daß ein sogenannter Alpha-Kanal vorhanden ist. Dieser Kanal enthält die Daten zur Transparenz. Es kann auch sein, daß Sie überhaupt vergessen haben, das Bild zusammenzufügen. Wenn Sie "Exportieren" drücken, macht dies GIMP selber. Nun sehen Sie den "Als JPG sichern"-Dialog.
Wenn der Knopf "Vorschau (im Bildfenster)" gedrückt ist, was standardmäßig der Fall ist, dann sehen Sie die Auswirkung ihrer Einstellungen in diesem Dialog im Zeichenfenster in Realtime. Sie sehen z.B., wie die eingestellte Kompression die Bildqualität verändert. In der nächsten Zeile wird die aktuelle Größe des Bildes angezeigt. Daß zwischen Byte und Kilobyte ein Unterschied besteht, liegt daran, daß der Rechner nicht wie wir im Dezimalsystem rechnet und das Kilo nur eine Anlehnung ist. Ein Kilobyte sind 1024 Byte. Jedoch steckt da unser Zehnersystem indirekt drin. 1024 ist nämlich 210.

Mit dem Schieber "Qualität" stellen Sie den Kompressionsgrad ein. 100 bedeutet keine Kompression. Bei etwa 94 liegt das Maximum der Bildqualität, allerdings sind solche Grafiken für das Web zu schwer. Unterhalb von 75 wird es wiederum oft zu schlecht. Das Optimum für's Web liegt nicht bei einer bestimmten Rate, sondern bei einem ausgewogenen Verhältnis von Bildgröße in Pixeln zu Bildgröße in Kilobyte. Jeder hat seine eigenen Richtwerte. Manche Designerinnen sagen, ein Bild oder eine Grafik dürfe nicht größer als 15 KB sein. Meine Grenze liegt knapp unter 30 KB. Und wenn das Männchen 3 bis 4 KB schwer ist, stört mich das nicht, weil das keine große Datei ist. Anders wäre es, wenn ich davon hundert Stück auf einer Seite hätte. Bevor Sie nun die Kompression für das Männchen einstellen, wählen Sie bei "Zwischenschritte" "1x1,1x1,1x1" und darunter bei "DCT Methode" "Fließkommazahlen". Bei dieser Einstellung bluten Farben am wenigsten aus. Nun könnnen Sie schieben, immer wieder gucken und OK clicken.

Interessant ist vielleicht noch der Schieber "Glättung". Damit können Sie bis zu einem gewissen Grade die Runzeln wegbügeln, die entstehen, wenn Sie sehr stark komprimieren müssen. Allerdings wird das Bild dadurch weichgezeichnet. Die übringen Knöpfe und Schieber muß man nicht kennen. "Optimieren" ist defaultmäßig gesetzt und hat etwas mit der Verteilung der Farben zu tun. Bei über 16 Millionen Farben ist mir das egal. "Progressiv" bedeutet, daß das Bild beim Laden im Web zuerst grob, dann fein aufgebaut wird. "Neustart der Markierung" und der Schieber "Neustart der Frequenzen", ebenso wie "DCT Methode" ist schwarze Mathematik und die legt fest, wie die Sortierung der Daten bei der Kompression von Statten geht. Der Schieber für die Frequenzen arbeitet nur, wenn der Knopf für die Markierung gedrückt ist. (Tun Sie es dennoch, weil der Schieber gerade irgendwo stand, stürzt die Speichroutine ab. Dann müssen Sie den Dialog in der Taskleiste schließen oder alles ist futsch.) Mit dem Schieber kann man manchmal einen minimalen Gewinn an Schärfe herausholen. Um optimal zu speichern brauchen Sie nur "Qualität", "Zwischenschritte" und "DCT Methode". Mit ein wenig Erfahrung werden Sie mit GIMP sehr bald bessere Ergebnisse erzielen, als jede automatisch arbeitende Optimierungssoftware.

Zusätzlich können Sie Ihren Produkten Kommentare verpassen. Z.B. Ihren Copyright-Vermerk. Die meisten Bilderklauer wissen nichts davon, wie man diese ausliest oder entfernt.
Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg mit GIMP, dem GNU IMAGE MANIPULATION PROGRAM.


Wenn Sie in die Bearbeitung von Fotos einsteigen wollen, können Sie mit der folgenden Anleitung von Martin Sommer auf dem Linux Knowledge Portal weitermachen: "Aus Neu mach Alt - Fotos veredeln mit Gimp" (PDF - Quelle: Linux Knowledge Portal).

Weitere Tutorials auf Deutsch bekommen Sie von Herrn Gottfried Müller auf www.gm4t9.de, eine absolute Kult-Adresse für GimperInnen. Anempfohlen hat sich das GIMP-Handbuch. Öfter mal reingucken! Oder schauen Sie sich auf dem Open Directory Project um.
 
A n m e r k u n g e n :

Zum Ausdrucken müssen Sie im den Einstellungen Ihres Browsers "Hintergrundbilder drucken" wählen.

GIMP bekam ab Version 2.0.0 eine neue buntere, nicht aber unbedingt bessere graphische Oberfläche verpaßt. Diese sieht auf den ersten Blick etwas anders als die älteren Versionen aus. Natürlich kann man mit etwas Fantasie dieses Tutorial weiterhin verwenden. Die direkte Übertragbarkeit dessen, was man hier sieht, entfällt damit aber.

Vielleicht auch wichtig: 2.0.0 macht unter Windows 98 Ärger. Die letzte stabile GIMP-Version vor 2.0.0 für Windows bekommen Sie hier. Diese Probleme können vermieden werden, wenn Sie das dazugehörige Paket "GTK+ Runtime Environment" ohne die GTK-Wimp-Komponete installieren. Dies kann man auch nachträglich durch De- und Neuinstallation dieses Paketes korrigieren. Dann sieht der neuste GIMP eben noch besch...eidener aus.
©  Designed with the GIMP. Content by Zacke for UFOCOMES, Berlin August 2002. Some changes 2007.
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